Sie wünschen eine Beratung? Besuchen Sie uns oder wir kommen zu einem kostenlosen Beratungsgespräch zu Ihnen nach Hause! Ihre Ansprechpartner finden Sie --> HIER
Häufig gestellte Fragen  Hier haben wir Ihnen ein paar Fragen sowie die dazu gehörenden Antworten zusammen gestellt, die  häufig von Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörigen gefragt werden (Beträge ab Jan. 2017 nach dem PSG 2).  Dieses ersetzt natürlich nicht das ausführliche Beratungsgespräch, sondern soll nur schon mal einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten bzw. Hilfen in der Pflege geben.    1 - Was ist “häusliche Pflege” ?   2 - Wie erhalte ich eine “Pflegestufe” bzw. einen „Pflegegrad“?   3 - Pflegegeld? Pflegesachleistung? Kombileistung? Was bedeutet das?   4 - Was kostet die ambulante Pflege und Versorgung innerhalb der Pflegeversicherung beim AHB?    5 - Welche Leistungen werden von der Krankenkasse - welche von der Pflegekasse übernommen?   6 - Wer bekommt Unterstützung durch das Amt für soziale Dienst?   7 - Sie benötigen Hilfe und Unterstützung im Haushalt?   8 - Was ist “Servicewohnen” (bzw.: Betreutes Wohnen, Wohnen Plus, Wohnen mit Service...)?   9 - Hilfe mein Angehöriger ist dement - was kann ich tun? Welche Hilfen gibt es? 10 - Was ist ein “Hausnotruf”? Wie funktioniert der Hausnotruf? 11 - Hilfsmittel zur Pflege - was gibt es für Hilfsmittel und wie kann ich diese bekommen? 12 - Was sind Investitionskosten und warum werden diese erhoben? 13 - Was sind die sog. “Beratungsbesuche bei Geldleistung” und wer führt sie durch? 14 - Was ist, wenn meine mich pflegende Person verhindert oder krank ist? 15 - Was ist eine “Patientenverfügung” und wann wird sie notwendig? 16 - Und was ist eine Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht? 1
Was ist “häusliche Pflege”? Häusliche   Pflege   ist   die   Versorgung   pflegebedürftiger   Menschen   in   I hrer   häuslichen   Umgebung   -   also   außerhalb   von   teil-   oder vollstationären Einrichtungen. Jeder    Mensch,    der    gerne    so    lange    wie    möglich    in    seiner    eigenen    Wohnung    leben    möchte,    kann    dort    Körperpflege, Mahlzeitenzubereitung,   Haushaltshilfe,   Verbandswechsel,   Injektionen   und   vieles   mehr   in   Anspruch   nehmen.   Je   nach   Bedarf   kommen   zu verschiedenen Tageszeiten ausgebildete PflegerInnen und unterstützen jeden dort, wo es nötig ist. Neben den privat bezahlten PflegerInnen kann man in Deutschland auf verschiedene Finanzierungen zurückgreifen: A) Die Pflegeversicherung (siehe Punkt 4) B) Die gesetzliche Krankenkasse (siehe Punkt 5) C) Das Amt für soziale Dienste (siehe Punkt 6) Eine Kombination aller Finanzierungsarten ist natürlich möglich. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu allen Finanzierungsarten in einem persönlichen Gespräch!
2
Wie erhalte ich einen “Pflegegrad”?  (ab 2017, vorher Pflegestufe) Pflegebedürftige    sind    Personen,    die    wegen    einer    körperlichen,    geistigen    oder    seelischen    Krankheit    für    die    regelmäßig wiederkehrenden   Verrichtungen   im Ablauf   des   täglichen   Lebens   auf   Dauer   -   voraussichtlich   aber   für   mindestens   sechs   Monate   - im erheblichen oder höheren Maße der Hilfe bedürfen. Ist   diesen   der   Fall,   muss   man   bei   der   zuständigen   Krankenkasse   des   Pflegebedürftigen   (telefonisch   oder   mittels   eines   formlosen   Briefes) einen   Antrag   auf   Einschätzung   zur   Pflegebedürftigkeit   stellen.   Die   Einstufung   erfolgt   dann   zeitnah   über   den   Gutachter   vom   medizinischen Dienst   der   Krankenkasse,   der   zu   Ihnen   nach   Hause   kommt.   Um   den   Grad   der   Selbstständigkeit      einer   Person   festzustellen,   werden Aktivitäten in sechs pflegerelevanten Modulen  untersucht und Begutachtungspunkte vergeben. - Sie haben das Recht, Widerspruch einzulegen, wenn Sie mit der Einstufung nicht einverstanden sind. - WICHTIG:    Seit   dem   01.01.2017    hat   sich   diese   Einstufung   durch   das   Pflegestärkungsgesetz   II   (PSG   II)   geändert.   Die   Pflegestufen   werden durch fünf Pflegegraden ersetzt.
4
Was kostet die ambulante Pflege & Versorgung innerhalb der Pflegeversicherung beim AHB?  Haben   Sie   sich   für   die   Pflege-Sachleistung   entschieden,   haben   Sie   für   den   Pflegegrad   2   =   689,-   Euro,   für   den   Pflegegrad   3   = 1.298,- €, für den Pflegegrad 4 = 1.612,- € und für den Pflegegard 5 = 1.995,- € je Kalendermonat zur Verfügung (ab 2017). Die   Vergütung   der   Leistungen   der   häuslichen   Pflege   nach   §   36   und   §   39   SGB   XI   sind   in   sogenannten   Leistungskomplexen,   sowie Punktzahl und Euro je Einsatz festgelegt. Wir   besprechen   mit   Ihnen   in   Ruhe   zu   Hause   alle   möglichen   Finanzierungsarten   (z.B.   über   Krankenkasse,   Pflegekasse,   Hilfe   zur   Pflege über   das   Sozialamt   oder   private   Zuzahlungen).   Sie   erhalten   bei   uns   einen   Kostenvoranschlag   und   vor   Beginn   der   Pflege   schließen   wir einen schriftlichen Pflegevertrag mit Ihnen ab. Einige Beispiele: > Große Morgentoilette (beinhaltet z.B. An-/Auskleiden, Waschen/Duschen/Baden, Rasieren, Mund- und Zahnpflege, Kämmen) = 464 Punkte = 22,21 Euro pro Einsatz > Lagern/betten (beinhaltet z.B. Bett machen/richten, lagern)  = 103 Punkte =   4,93 Euro pro Einsatz > Darm-und Blasenentleerung (z.B. An- und Auskleiden, Hilfe/Unterstützung bei der Blasen - und Darmentleerung, teilwaschen)   = 103 Punkte =   4,93 Euro pro Einsatz > Hinzu kommt jeweils pro Einsatz eine Wegepauschale =   68 Punkte =   3,25 Euro pro Einsatz und Investitionskosten von 3 % der Gesamtkosten
5
Welche Leistungen werden von der Krankenkasse - welche von der Pflegekasse übernommen? Die   Kosten   der   sog.   Behandlungspflege   werden   von   der   Krankenkasse   übernommen,   z.B.   Blutdruck-Kontrolle,   Blutzucker- Kontrolle,   Injektionen,   Wundverbände,   Medikamentenabgabe   etc..   Diese   Leistungen   können   wir   direkt   mit   der   Krankenkasse abrechnen. Die   Leistungen   der   Pflegeversicherung   beinhalten   z.B.   kleine   oder   große   Morgen-/   Abendtoilette,   lagern/betten/Transfer,   mundgerechte Zubereitung   von   Nahrung   bzw.   Hilfestellung   bei   der   Nahrungsaufnahme,   Reinigung   der   Wohnung,   Einkaufen,   etc.... Auch   diese   Leistungen können wir direkt über die Pflegekasse abrechnen.
7
Sie benötigen Hilfe und Unterstützung im Haushalt? Wir    haben    zuverlässige    Hauswirtschaftskräfte    für    Sie    zur    Verfügung!    Zur    hauswirtschaftlichen    Versorgung    gehören    z.B. Einkaufen,   Kochen,   Reinigung   der   Wohnung, Abwaschen   etc....   Die   hauswirtschaftliche   Versorgung   gehört   zur   häuslichen   Pflege und ist Bestandteil der Pflegeversicherung (SGB XI). Die Pflegekasse ist somit der Leistungsträger. Die hauswirtschaftlichen Leistungen, die durch den AHB erbracht werden, können direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Natürlich   können   Sie   unsere   Dienste   auch   als   Privatzahler   in   Anspruch   nehmen,   wenn   Sie   z.B.   noch   nicht   in   der   Pflegeversicherung eingestuft wurden. Dies rechnen wir über eine Stundenpauschale mit Ihnen ab. Für weitere Informationen hierzu stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
8
Was ist “Servicewohnen” (bzw. Betreutes Wohnen, Wohnen Plus, Wohnen mit Service)? Diese   Wohnform   soll   so   viel   Selbständigkeit   wie   möglich   und   so   viel   Sicherheit   wie   nötig   bieten.   Es   gibt   Wohnanlagen   mit integriertem   Servicebüro   oder   integriertem   stationären   Pflegebereich   oder   einem   integrierten   ambulanten   Pflegedienst,   wie   dies in unseren Servicewohnanlagen vom AHB meistens der Fall ist. Bei   der   Auswahl   von   einer   Servicewohnanlage   sollte   darauf   geachtet   werden,   dass   diese   barrierefrei   ist,   d.h.   zur   Wohnung   und   innerhalb der   Wohnung   keine   störenden   Stufen   bzw.   andere   Stolperfallen   vorhanden   sind.   Eine   ebenerdige   Dusche   sowie   Haltegriffe   im   Bad   sollten ebenfalls   zur   Ausstattung   gehören.   Dieses   soll   sicherstellen,   dass   Sie   auch   bei   Verwendung   von   Hilfsmitteln   wie   Rollator   oder   Rollstuhl   in Ihrer Wohnung zurechtkommen. Wohnanlagen    speziell    für    Senioren    bieten    sich    besonders    dann    an,    wenn    man    in    den    eigenen    vier    Wänden    nicht    mehr    alleine zurechtkommt   weil   z.B.   Treppen   den   freien   Zugang   behindern   oder   umfangreiche   Umbaumaßnahmen   erforderlich   wären   damit   man   sich frei   in   der   Wohnung   bewegen   kann.   Ein   weiterer   Grund   kann   aber   auch   eine   zunehmende   “Vereinsamung”   in   der   alten   Wohnung   sein, denn   in   den   Servicewohnanlagen   bekommt   man   schneller   Kontakt   zu   “Gleichgesinnten”   da   dort   häufiger   auch   Veranstaltungen   o.ä. stattfinden. Servicewohnanlagen    bieten    im    Normalfall    eine    24-Stunden-Notrufbereitschaft    und    einen    persönlichen    Ansprechpartner    mit    festen Sprechzeiten an. Als    Wahlleistungen    kann    man    z.B.    verschiedene    Angebote    in    Anspruch    nehmen    wie    Wohnungsreinigung,    Haushaltshilfe,    kleine Handwerkerdienste, Einkaufsdienste, Veranstaltungen u.a.. Wenn Pflege erforderlich ist, kann diese z.B. über unseren integrierten ambulanten Pflegedienst abgeleistet werden. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu unseren Servicewohnanlagen!
9
Hilfe, mein Angehöriger ist dement - was kann ich tun? Welche Hilfen gibt es? W as können Sie als Angehöriger tun? -   Wissen   über   die   Krankheit   erwerben   /   -   Den   Kranken   so   annehmen,   wie   er   ist   /   -   Die   Eigenständigkeit   des   Kranken   aufrecht erhalten    /    -    Die    noch    vorhandenen    Fähigkeiten    des    Kranken    erkennen    und    nutzen    /    -    Die    zunehmende    Hilfsbedürftigkeit versuchen   aufzufangen   /   -   Auf   den   Gefühlszustand   und   die   Sichtweise   des   Erkrankten   eingehen   und   versuchen   mit   problematischen Verhaltensweisen   zurecht   zu   kommen   /   -   Gefahrenquellen   ausschalten   /   -   Für   körperliches   Wohlbefinden   des   Erkrankten   sorgen   /   -   Die eigenen Grenzen der Belastbarkeit erkennen!! Welche Hilfen gibt es für pflegende Angehörige? In keinem Fall sollten Sie die Last der Versorgung alleine tragen!! Hilfe und Unterstützung finden Sie z.B. bei: - Ambulanten Pflegediensten : z.B. für die Körperpflege, hauswirtschaftliche Versorgung oder mit   der   Inanspruchnahme   des    Entlastungsbetrages   (in   Höhe   von   125,-   Euro)   - Angehörigengruppen : hier kann man von Betroffenen lernen und Rückhalt bekommen - Betreuungsgruppen : Demenzkranke werden ein- oder zweimal wöchentlich für einige Stunden am Tag durch geschulte    freiwillige Helfer betreut. Gemeinsame Mahlzeiten, anregende Tätigkeiten oder Ausflüge werden zumeist dort    angeboten - Leistungen die über den Entlastungsbetrag möglich sind  bei Demenz: : Es wird eine stundenweise soziale Betreuung Demenzkranker   durch geschulte HelferInnen, z.B. vom AHB angeboten. Diese leisten dem Dementen zu Hause Gesellschaft, begleiten ihn    auf Spaziergängen oder zu Besuchen etc.. - Tagespflegeeinrichtungen : bieten tagsüber für ca. 8 Stunden in der Einrichtung eine Betreuung an - Betreuter Urlaub für Kranke und Angehörige : gemeinsamer Urlaub von Demenzkranken und Angehörigen - Psychiatrische Krankenhäuser:  Aufnahme in einer speziellen Station für Demenzkranke bei akuten Krisen - Pflegeheime oder Wohngemeinschaften : Das Wohnen in einer Wohngemeinschaft mit anderen Dementen oder in    einem Pflegeheim - Kurzzeitpflege : entlastet Angehörige für einige Wochen z.B. wenn Angehörige verreisen möchten oder eine Kur    antreten. Wichtig: In jedem Fall sollten Sie Kontakt zum Hausarzt und zum behandelnden Neurologen Ihres Angehörigen aufnehmen!
10
Was ist ein “Hausnotruf”? Wie funktioniert  der Hausnotruf?  Das   24-Stunden-Sicherheitsangebot   von   Hausnotrufen,   wie   z.B.   beim   AHB,   bietet   kompetente   Ansprechpartner   rund   um   die   Uhr und die Sicherheit, im Notfall schnelle Hilfe zu bekommen. Hierfür   wird   in   Ihrer   Wohnung   ein   Notrufgerät   mit   Handsender   installiert.   Das   Basisgerät   verfügt   über   einen   Lautsprecher   und   ein hochempfindliches   Mikrofon.   Ohne   ans   Telefon   zu   gehen   oder   mühsam   eine   Telefonnummer   heraussuchen   zu   müssen,   sind   Sie   in Notsituationen   in   kürzester   Zeit   mittels   eines   Knopfdruckes   auf   Ihrem   Handsender   mit   der   Hausnotrufzentrale   verbunden.   Diese   kann   sofort die notwendige Hilfe einleiten, auch wenn kein Sprechkontakt mit Ihnen mehr möglich sein sollte. Um   den   schnellen   Zugang   zu   Ihrer   Wohnung   zu   gewährleisten,   wird   i.d.R.   ein   Wohnungsschlüssel   hinterlegt.   Damit   wird   sichergestellt, dass   die   Helfer,   auch   wenn   Sie   die   Wohnungstür   nicht   mehr   selbständig   öffnen   können,   in   Ihre   Wohnung   kommen   können,   um   Ihnen   zu helfen. Ein Hausnotruf-Gerät mit zurzeit 23,- Euro im Monat von der Pflegekasse bezuschusst.
11
Hilfsmittel zur Pflege - was gibt es für Hilfsmittel und wie kann ich diese bekommen? Bei    Bedarf    werden    Hilfsmittel    von    den    jeweiligen    Krankenkassen    zur    Verfügung    gestellt,    wie    z.B.    Kompressionsstrümpfe, Gehhilfen,   Prothesen   usw..   Pflegehilfsmittel   und   technische   Hilfen   (wie   z.B.   Pflegebetten,   Patientenlifter,   Rollstühle,   Duschhocker usw.)   werden   unabhängig   von   der   jeweiligen   Pflegestufe   zur   Verfügung   gestellt,   und   zwar   regelmäßig   leihweise   (§   40   SGB   XI).   Der behandelnde   Arzt   stellt   hierzu   ein   Rezept   mit   der   genauen   Bezeichnung   des   Hilfsmittels   aus,   welches   an   die   zuständige   Pflegekasse weitergeleitet werden muss. Für   zum   Gebrauch   bestimmte   Pflegehilfsmittel   (z.B.   Einmalhandschuhe,   Einmal-Bettschutzeinlagen   u.a.)   werden   auf   Antrag   und   gegen Beleg der Ausgaben bis zu 40,- € monatlich übernommen. Für technische Hilfsmittel besteht eine Zuzahlungspflicht von 10 %, höchstens jedoch 25,- € je Hilfsmittel. Sollten   bauliche   Maßnahmen   notwendig   sein,   damit   Sie   weiter   Zuhause   leben   können   (z.B.   Türen   verbreitern,   rollstuhlgerechte   Dusche einbauen    u.ä.),    können    hierfür    bei    der    Pflegeversicherung    bis    zu    4.000,-    €    beantragt    werden.    Diese    sogenannten    Maßnahmen    zur Verbesserung   des   individuellen   Wohnumfeldes    können   bei   Veränderung   Ihres   Zustandes   und   weiteren   notwendigen   baulichen   Veränderung erneut beantragt werden. Wichtig:  Den Antrag auf einen Zuschuss müssen Sie vor dem Umbau  bei der Pflegekasse stellen!
12
Was sind Investitionskosten und warum werden diese erhoben? Nicht   gedeckt   durch   die   Pflegeversicherung   sind   Kosten   der   Pflegedienste,   die   entstehen,   um   den   Betrieb   aufrecht   zu   erhalten. Dazu zählen z.B. Investitionen in das Gebäude des Pflegedienstes, Unterhaltung des Fuhrparks u.a.. In   einigen   Bundesländern   werden   die   Investitionskosten   durch   das   Land   übernommen,   in   einigen   jedoch   nicht   (wie   z.B.   in Bremen). In diesen Fällen muss  der Pflegedienst einen Anteil zu den Investitionskosten von den Pflegebedürftigen erheben. Aktuell   kommen   in   Bremen   auf   den   monatlichen   Pflege-Gesamtbetrag   Investitionskosten   in   Höhe   von   3   %   hinzu,   die   grundsätzlich   privat gezahlt werden müssen.
13
Was sind sogenannte “Beratungsbesuche bei Geldleistung” und wer führt sie durch? Pflegebedürftige,   die   Pflegegeld   beziehen   (siehe   Nr.3),   sind   dazu   verpflichtet,   in   regelmäßigen Abständen   einen   Beratungsbesuch durch einen zugelassenen Pflegedienst (z.B. den AHB) durchzuführen. Dieser   Beratungsbesuch   muss   bei   Pflegebedürftigen   mit   der   Pflegegrad   2   &   3   mindestens   halbjährlich   und   bei   Pflegegrad   4   &   5 mindestens   vierteljährlich   durchgeführt   werden.   Pflegebedürftige      des      Pflegegrades      1      haben      Anspruch,      halbjährlich      einmal   einen     Beratungsbesuch  abzurufen . Die Kosten für diesen Beratungsbesuch werden vom Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Die   Beratung   dient   der   Sicherung   der   Qualität   der   häuslichen   Pflege,   der   regelmäßigen   Hilfestellung   sowie   der   praktischen   pflegefachlichen Unterstützung der pflegenden Angehörigen.
15
Was ist eine “Patientenverfügung” und wann wird sie notwendig? In   einer   Patientenverfügung   kann   jeder   Mensch   eine   Richtlinie   und   Grenzen   für   seine   behandelnden   Ärzte   festlegen.   Dies   gilt insbesondere   für   Erkrankungen   die   eine   Einwilligungsunfähigkeit   mit   sich   bringen.   D.h.   dass   z.B.   durch   eine   Bewusstseinstrübung der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Da   jeder   Mensch   eine   individuelle   Vorstellung   hat   von   einem   “lebenswerten   Leben”,   ist   die   Pateintenverfügung   eine   gute   Möglichkeit,   sich gegen   “zu   viel”,   oder   “zu   wenig”   Hilfe   abzusichern.   Häufig   wird   in   der   Verfügung   festgelegt,   ab   welcher   Schwere   der   Erkrankung   der Betroffene   keine   lebensverlängernden   Maßnahmen   mehr   möchte.   Genauso   kann   man   festlegen,   dass   z.B.   eine   intensive   Schmerztherapie erwünscht ist. Eine   Patientenverfügung   ist   nur   in   schriftlicher   Form   gültig,   sie   kann   aber   jederzeit   formlos   widerrufen   werden.   Das   bedeutet,   dass   die mündliche oder per Gestik vom Patienten ausgedrückte Meinung im Bedarfsfall die Verfügung außer Kraft setzt. Da   die   Patientenverfügung   im   Ernstfall   für   die   behandelnden   Ärzte   schnell   auffindbar   sein   muss,   empfiehlt   es   sich,   einen   Zettel   mit   dem Verweis    auf    eine    Patientenverfügung    bei    sich    zu    tragen    (z.B.    im    Portemonnaie).    Idealerweise    sollte    der    Aufbewahrungsort    einer Vertrauensperson bekannt sein. Ferner ist es ratsam, seine Patientenverfügung regelmäßig auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und alle veralteten Exemplare zu vernichten.
14
Was ist, wenn meine mich pflegende Person verhindert oder krank ist?  Wenn    Ihre    Pflegeperson    ausfällt,    zahlt    die    Pflegekasse    auf    Antrag    jährlich    max.    1.612,-    Euro    für    eine    Ersatzpflegekraft (Verhinderungspflege   oder   Ersatzpflege).   Voraussetzung   hierfür   ist   jedoch,   dass   die   Pflegeperson   mindestens   seit   sechs   Monaten die   zu   pflegende   Person   gepflegt   hat   und   der   Pflegebedürftige   zum   Zeitpunkt   der   Antragstellung   mindestens   im   Pflegegrad   2 eingestuft   ist.   Der   Betrag   ist   für   bis   zu   sechs   Wochen   je   Kalenderjahr   für   die   Pflege   durch   eine   Person,   die   nicht   näher   mit   Ihnen   verwandt   ist oder   für   die   Versorgung   durch   einen   anerkannten   Pflegedienst   ausgelegt.   Sie   können   diesen   Anspruch   auch   über   das   Jahr   verteilen,   wenn z.B.   Ihre   Pflegeperson   an   einem   Pflegekursus   teilnehmen   möchte   oder   in   den   Urlaub   fährt.   Seit   Januar   2015   gibt   es   die   Möglichkeit   50 Prozent    des    Leistungsbetrages    für    Kurzzeitpflege    zusätzlich    für    die    Verhinderungspflege    abzurechnen    (806,-    Euro).    Der        mögliche      Gesamtbetrag  für  Verhinderungspflege liegt  somit bei  2.418,00 Euro pro Kalenderjahr. Die   Kurzzeitpflege   (vorübergehender   stationärer Aufenthalt   in   einer   Kurzzeitpflegestation/   Pflegeheim)   ist   dabei   eine   weitere   Möglichkeit,   sich versorgen   zu   lassen,   wenn   die   Pflegeperson   ausfällt.   Auch   hier   zahlt   die   Pflegekasse   einen   Pauschalbetrag   bis   zu   1.612,-   Euro/Jahr   für   die Versorgung in der Kurzzeitpflege (für bis zu 8 Wochen pro Kalenderjahr).
Für Angehörige
3
Pflegegeld? Pflege-Sachleistung? Kombileistung? Was bedeutet das? Pflegegeld    bekommen   Sie,   wenn   Angehörige   oder   Bekannte   Sie   pflegen.   Das   bedeutet   für   Sie,   dass   Sie   jeden   Monat   einen festen   Betrag   von   der   Pflegekasse   überwiesen   bekommen,   den   Sie   ohne   Nachweis   für   Ihre   Versorgung   ausgeben   können   z.B. für   Ihre   HelferInnen   oder   aber   auch   für   andere   Dinge.   Der   Betrag   den   Sie   bekommen   ist   abhängig   von   Ihrem   Pflegegrad,   z.Z. erhält man bei Pflegegrad 2 = 316,- €, bei Pflegegrad 3 = 545,- €, bei Pflegegrad 4 = 728,- € und beim Pflegegrad 5 = 901,- €. Die   Pflege-Sachleistung    beziehen   Sie,   wenn   ein   zugelassener   Pflegedienst   Sie   pflegt   (häusliche   Pflege).   Dieses   ist   oft   nötig,   wenn Angehörige   oder   Bekannte   aus   den   unterschiedlichsten   Gründen   die   Versorgung   des   Pflegedürftigen   nicht   sicherstellen   können.   Der Pflegedienst   rechnet   dabei   direkt   mit   der   Pflegekasse   ab,   hierfür   stehen   folgende   Obergrenzen/Monat   zur   Verfügung:   Pflegegrad   2   =   689,- €, Pflegegrad 3 = 1.298,- €, Pflegegrad 4 = 1.612,- € und beim Pflegegrad 5 = 1.995,- Euro. Als   Kombileistung    bezeichnet   man   die   Inanspruchnahme   von   beiden   o.g.   Formen,   also   Pflegegeld   und   Pflege-Sachleistung.   Diese   ist sinnvoll,   wenn   Sie   nicht   den   ganzen   Betrag   der   Pflegeversicherung   für   einen   Pflegedienst   brauchen,   so   können   Sie   noch   einen   Anteil   als Pflegegeld bekommen. Der verbleibende Anteil an Pflegegeld wird dabei prozentual von der “verbrauchten” Pflege-Sachleistung errechnet: Beispiel:   Pflegegrad   2      (689,-   €   Pflege-Sachleistung   oder   316,-   €   Pflegegeld),   der   Pflegedienst   stellt   344,-   €   der   Pflegekasse   in   Rechnung   = 50 % von 689,- €, somit bleiben noch 50 % von 316,- € Pflegegeld = 158,- € übrig.
6
Wer bekommt Unterstützung durch das “Amt für soziale Dienst”?  Kein   Mensch   der   in   Bremen   lebt,   soll   durch   eine   geringe   Rente   Nachteile   erleiden,   deshalb   gibt   es   die   Möglichkeit   einen finanziellen   Zuschuss   zu   bekommen   oder   die   komplette   Übernahme   der   Leistungen   beim   Amt   für   soziale   Dienst   zu   beantragen (Hilfe zur Pflege nach § 61 ff). Nicht   nur   Grundsicherungsempfänger   bekommen   Unterstützung   “vom   Amt”.   Wer   eine   Kaltmiete   von   z.B.   300,-   Euro   zahlt,   bekommt   bei einer   Rente   von   1.048,-   Euro   auch   die   notwendige   Körperpflege   vom Amt   für   soziale   Dienst   gezahlt.   Bei   Paaren   tritt   dies   bei   einer   Kaltmiete von   z.B.   300,-   Euro   und   einer   Rente   von   1.410,-   Euro   ein   (Das   Ersparte   darf   in   einem   solchen   Fall   für   eine   Einzelperson   2.600,-   Euro   und für Paare 3.214,- Euro betragen). Auch   Menschen,   die   in   einer   sozialen   Notlage   sind,   die   vermutlich   nicht   länger   als   6   Monate   dauert,   können   Hilfe   beantragen   (z.B.   nach einem Aufenthalt in einer Kurzzeitpflege). > Wie wird der Bedarf ermittelt? Sobald   die   Entscheidung   für   einen   Pflegedienst   gefallen   ist,   wird   anhand   der   monatlichen   Pflegekosten   (unter   Abzug   des   Anteils   der Pflegekasse)   ermittelt,   welche   Kosten   monatlich   gedeckt   werden   müssen   (Privatanteil).   Wenn   die   anfallenden   Kosten   nicht   aus   eigenen Mitteln   gedeckt   werden   können,   sollte   umgehend   beim   Amt   für   soziale   Dienste   der   anstehende   Bedarf   mitgeteilt   werden.   Der   zuständige Sozialhilfeträger   kontaktiert   dann   den   Pflegebedürftigen   und   erfragt   die   persönlichen   und   wirtschaftlichen   Verhältnisse.   Anhand   dieser Daten berechnet er den Zuschuss zu den Kosten für die Pflege, der bis zur vollständigen Übernahme des Privatanteils führen kann.
16
Und was ist eine Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht? Wer   regelt   meine   Angelegenheiten   wenn   ich   es   nicht   mehr   kann?   Diese   Frage   stellen   sich   viele   Personen   unabhängig   vom   Alter oder   Lebenssituation.   Jeder   Mensch   kann   durch   Krankheit,   Unfall   oder   Alter   in   eine   Situation   kommen,   in   dem   andere   für   ihn entscheiden   müssen.      Das   Betreuungsrecht   regelt   die   Frage,   wer   die   Entscheidung   trifft,   wenn   eigenverantwortliches   Handeln   nicht mehr möglich ist. Um   zu   gewährleisten,   dass   Ihre   Angelegenheiten   im   Ernstfall   so   geregelt   und   abgewickelt   werden   wie   Sie   es   sich   wünschen,   ist   eine rechtzeitige   Vorsorge   über   eine   Betreuungsverfügung ,   Patientenverfügung   (siehe   Nr.   15)   und/oder   eine   Vorsorgevollmacht    in   gesunden Lebenstagen zu empfehlen. Mit   der   Betreuungsverfügung    kann   jeder   im   Voraus   festlegen,   wen   das   Betreuungsgericht   als   rechtlichen   Betreuer   bestellen   soll,   wenn   es   in der   aktuellen   Situation   ohne   rechtliche   Betreuung   nicht   mehr   weitergeht.   Die   Verfügung   ist   als   Auftrag   an   das   Gericht   zu   verstehen.   Das Gericht   prüft,   ob   die   vorgeschlagene   Person   für   die Aufgabe   des   Betreuers   geeignet   ist.   Stimmt   das   Betreuungsgericht   dem Auftrag   zu,   wird dem   Wunsch   der   betreffenden   Personen   entsprochen. Andernfalls   wählt   das   Gericht   eine   dritte   Person   aus   –   wenn   möglich   aus   dem   näheren Umfeld der Person, sonst eine fremde, die die Tätigkeit ehrenamtlich – oder beruflich ausübt. Der   Betreuer   vertritt   die   Person   nur   in   Angelegenheiten,   die   nicht   mehr   selbstständig   bewältigt   werden   können.   Folgend   kann   über   die Betreuungsverfügung   festgelegt   werden,   wer   auf   keinen   Fall   als   Betreuer   eingesetzt   werden   soll.   Das   Gericht   hat   diesem   zu   entsprechen. Möglich   sind   auch   inhaltliche   Vorgaben   für   den   Betreuer,   etwa   welche   Wünsche   und   Gewohnheiten   respektiert   werden   sollen   oder   ob   im Pflegefall    eine    Betreuung    zu    Hause    oder    in    einer    stationären    Einrichtung    gewünscht    ist.    Die    Betreuungsverfügung    bedarf    keine Formvorschrift, sollte jedoch schriftlich niedergelegt sein und kann mit einer Vorsorgevollmacht verknüpft werden. Mit   einer   Vorsorgevollmacht    kann   man   einer   Person   seines   Vertrauens   die   Wahrnehmung   einzelner   oder   aller Angelegenheiten   übertragen, für   den   Fall,   dass   selbstständiges   Handeln   nicht   möglich   ist.   Die   Vollmacht   kann   für   die   Bereiche   der   Gesundheitssorge ,   Vermögenssorge   sowie für den Aufenthalt  erteilt werden. Zusätzlich kann eine Vollmacht für den Post- und Fernmeldeverkehr ausgesprochen werden. Es   sollte   eine   Person   gewählt   werden,   der   vertraut   wird.   Jemand   der   die   betroffene   Person   gut   kennt   und   den   Willen   dieser   durchzusetzen weiß.   Ehepartner   und   Kinder   können   nicht   automatisch   für   den   Willen   einstehen.   Dies   ist   nur   über   eine   Vorsorgevollmacht   zu   regeln.   Die Vorsorgevollmacht   kann   dem   Beauftragten   jederzeit   wieder   entzogen   werden.   Im   Unterschied   zur   Betreuungsverfügung,   kann   bei   der Vorsorgevollmacht   die   bevollmächtigte   Person   sofort   das   Handeln   übernehmen,   sollte   die   betreffende   Person   nicht   mehrt   entscheidungsfähig sein.   Um   der   Vorsorgevollmacht   Durchsetzungskraft   zu   verleihen,   sollte   diese   von   einem   Notar   beglaubigt   oder   beurkundet   sein.   Des Weiteren   ist   eine   Überprüfung   der   Vorsorgevollmacht   von   Zeit   zu   Zeit   zu   empfehlen,   um   zu   überprüfen   ob   der   niedergeschriebene   Wille   noch zutrifft. Trifft dies zu, sollte es über eine neue Unterschrift mit Datum bestätigt werden.  Vorlagen hierzu haben wir Ihnen in unserem Downloadbereich  bereitgestellt. Quelle: Bundesministerium der Justiz
Ihr Kontakt AHB Zentrale Kurfürstenallee 80 28211 Bremen Tel.:  0421 / 20 451 0 Fax: 0421 / 20 451 25 Email: info@ahb-bremen.de
Sie wünschen eine Beratung? Besuchen Sie uns oder wir kommen zu einem kostenlosen Beratungsgespräch zu Ihnen nach Hause! Ihre Ansprechpartner finden Sie --> HIER
Häufig gestellte Fragen  Hier haben wir Ihnen ein paar Fragen sowie die dazu gehörenden  Antworten zusammen gestellt, die häufig von Pflegebedürftigen  bzw. deren Angehörigen gefragt werden.  Dieses ersetzt natürlich nicht das ausführliche Beratungsgespräch,  sondern soll nur schon mal einen kleinen Überblick über die  Möglichkeiten bzw. Hilfen in der Pflege geben.    1 - Was ist “häusliche Pflege” ?   2 - Wie erhalte ich eine “Pflegestufe” / „Pflegegrad“?   3 - Pflegegeld? Pflegesachleistung? Kombileistung? Was bedeutet das?   4 - Was kostet die ambulante Pflege und Versorgung innerhalb der         Pflegeversicherung beim AHB?    5 - Welche Leistungen werden von der Krankenkasse - welche von der         Pflegekasse übernommen?   6 - Wer bekommt Unterstützung durch das Amt für soziale Dienst?   7 - Sie benötigen Hilfe und Unterstützung im Haushalt?   8 - Was ist “Servicewohnen” (bzw.: Betreutes Wohnen, Wohnen Plus,         Wohnen mit Service...)?   9 - Hilfe mein Angehöriger ist dement - was kann ich tun? Welche         Hilfen gibt es? 10 - Was ist ein “Hausnotruf”? Wie funktioniert der Hausnotruf? 11 - Hilfsmittel zur Pflege - was gibt es für Hilfsmittel und wie kann ich         diese bekommen? 12 - Was sind Investitionskosten und warum werden diese erhoben? 13 - Was sind die sog. “Beratungsbesuche bei Geldleistung” und wer führt          sie durch? 14 - Was ist, wenn meine mich pflegende Person verhindert oder krank ist? 15 - Was ist eine “Patientenverfügung” und wann wird sie notwendig? 16 - Und was ist eine Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht? 1
Was ist “häusliche Pflege”? Häusliche   Pflege   ist   die   Versorgung   pflegebedürftiger   Menschen   in   I hrer häuslichen    Umgebung    -    also    außerhalb    von    teil-    oder    vollstationären Einrichtungen. Jeder   Mensch,   der   gerne   so   lange   wie   möglich   in   seiner   eigenen   Wohnung   leben möchte,       kann       dort       Körperpflege,       Mahlzeitenzubereitung,       Haushaltshilfe, Verbandswechsel,   Injektionen   und   vieles   mehr   in Anspruch   nehmen.   Je   nach   Bedarf kommen   zu   verschiedenen   Tageszeiten   ausgebildete   PflegerInnen   und   unterstützen jeden dort, wo es nötig ist. Neben   den   privat   bezahlten   PflegerInnen   kann   man   in   Deutschland   auf   verschiedene Finanzierungen zurückgreifen: A) Die Pflegeversicherung (siehe Punkt 4) B) Die gesetzliche Krankenkasse (siehe Punkt 5) C) Das Amt für soziale Dienste (siehe Punkt 6) Eine Kombination aller Finanzierungsarten ist natürlich möglich. Gerne   beraten   wir   Sie   ausführlich   zu   allen   Finanzierungsarten   in   einem   persönlichen Gespräch!
2
Wie erhalte ich einen “Pflegegrad”?  (ab 2017, vorher Pflegestufe) Pflegebedürftige    sind    Personen,    die    wegen    einer    körperlichen,    geistigen oder      seelischen      Krankheit      für      die      regelmäßig      wiederkehrenden Verrichtungen   im   Ablauf   des   täglichen   Lebens   auf   Dauer   -   voraussichtlich aber   für   mindestens   sechs   Monate   -   im   erheblichen   oder   höheren   Maße   der   Hilfe bedürfen. Ist     diesen     der     Fall,     muss     man     bei     der     zuständigen     Krankenkasse     des Pflegebedürftigen   (telefonisch   oder   mittels   eines   formlosen   Briefes)   einen   Antrag   auf Einschätzung   zur   Pflegebedürftigkeit   stellen.   Die   Einstufung   erfolgt   dann   zeitnah   über den   Gutachter   vom   medizinischen   Dienst   der   Krankenkasse,   der   zu   Ihnen   nach   Hause kommt.    Um    den    Grad    der    Selbstständigkeit        einer    Person    festzustellen,    werden Aktivitäten   in   sechs   pflegerelevanten   Modulen    untersucht   und   Begutachtungspunkte vergeben. - Sie haben das Recht, Widerspruch einzulegen, wenn Sie mit der Einstufung nicht einverstanden sind. - WICHTIG:       Seit      dem      01.01.2017       hat      sich      diese      Einstufung      durch      das Pflegestärkungsgesetz    II    (PSG    II)    geändert.    Die    Pflegestufen    werden    durch    fünf Pflegegraden ersetzt.
4
Was kostet die ambulante Pflege & Versorgung innerhalb der Pflegeversicherung beim AHB?  Haben   Sie   sich   für   die   Pflege-Sachleistung   entschieden,   haben   Sie   für   den Pflegegrad    2    =    689,-    Euro,    für    den    Pflegegrad    3    =    1.298,-    €,    für    den Pflegegrad   4   =   1.612,-   €   und   für   den   Pflegegard   5   =   1.995,-   €   je   Kalendermonat   zur Verfügung (ab 2017). Die   Vergütung   der   Leistungen   der   häuslichen   Pflege   nach   §   36   und   §   39   SGB   XI   sind in sogenannten Leistungskomplexen, sowie Punktzahl und Euro je Einsatz festgelegt. Wir   besprechen   mit   Ihnen   in   Ruhe   zu   Hause   alle   möglichen   Finanzierungsarten   (z.B. über   Krankenkasse,   Pflegekasse,   Hilfe   zur   Pflege   über   das   Sozialamt   oder   private Zuzahlungen).   Sie   erhalten   bei   uns   einen   Kostenvoranschlag   und   vor   Beginn   der Pflege schließen wir einen schriftlichen Pflegevertrag mit Ihnen ab. Einige Beispiele: > Große Morgentoilette (beinhaltet z.B. An-/Auskleiden, Waschen/Duschen/Baden, Rasieren, Mund- und Zahnpflege, Kämmen) = 464 Punkte = 22,21 Euro pro Einsatz > Lagern/betten (beinhaltet z.B. Bett machen/richten, lagern)  = 103 Punkte =   4,93 Euro pro Einsatz > Darm-und Blasenentleerung (z.B. An- und Auskleiden, Hilfe/Unterstützung bei der Blasen - und Darmentleerung, teilwaschen)   = 103 Punkte =   4,93 Euro pro Einsatz > Hinzu kommt jeweils pro Einsatz eine Wegepauschale =   68 Punkte =   3,25 Euro pro Einsatz und Investitionskosten von 3 % der Gesamtkosten
5
Welche Leistungen werden von der Krankenkasse - welche von der Pflegekasse übernommen? Die   Kosten   der   sog.   Behandlungspflege   werden   von   der   Krankenkasse übernommen,    z.B.    Blutdruck-Kontrolle,    Blutzucker-Kontrolle,    Injektionen, Wundverbände,   Medikamentenabgabe   etc..   Diese   Leistungen   können   wir   direkt   mit der Krankenkasse abrechnen. Die   Leistungen   der   Pflegeversicherung   beinhalten   z.B.   kleine   oder   große   Morgen-/ Abendtoilette,   lagern/betten/Transfer,   mundgerechte   Zubereitung   von   Nahrung   bzw. Hilfestellung   bei   der   Nahrungsaufnahme,   Reinigung   der   Wohnung,   Einkaufen,   etc.... Auch diese Leistungen können wir direkt über die Pflegekasse abrechnen.
7
Sie benötigen Hilfe und Unterstützung im Haushalt? Wir   haben   zuverlässige   Hauswirtschaftskräfte   für   Sie   zur   Verfügung!   Zur hauswirtschaftlichen      Versorgung      gehören      z.B.      Einkaufen,      Kochen, Reinigung     der     Wohnung,     Abwaschen     etc....     Die     hauswirtschaftliche Versorgung   gehört   zur   häuslichen   Pflege   und   ist   Bestandteil   der   Pflegeversicherung (SGB XI). Die Pflegekasse ist somit der Leistungsträger. Die   hauswirtschaftlichen   Leistungen,   die   durch   den   AHB   erbracht   werden,   können direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Natürlich   können   Sie   unsere   Dienste   auch   als   Privatzahler   in Anspruch   nehmen,   wenn Sie   z.B.   noch   nicht   in   der   Pflegeversicherung   eingestuft   wurden.   Dies   rechnen   wir   über eine Stundenpauschale mit Ihnen ab. Für weitere Informationen hierzu stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
8
Was ist “Servicewohnen” (bzw. Betreutes Wohnen, Wohnen Plus, Wohnen mit Service)? Diese    Wohnform    soll    so    viel    Selbständigkeit    wie    möglich    und    so    viel Sicherheit     wie     nötig     bieten.     Es     gibt     Wohnanlagen     mit     integriertem Servicebüro    oder    integriertem    stationären    Pflegebereich    oder    einem    integrierten ambulanten    Pflegedienst,    wie    dies    in    unseren    Servicewohnanlagen    vom    AHB meistens der Fall ist. Bei   der   Auswahl   von   einer   Servicewohnanlage   sollte   darauf   geachtet   werden,   dass diese   barrierefrei   ist,   d.h.   zur   Wohnung   und   innerhalb   der   Wohnung   keine   störenden Stufen   bzw.   andere   Stolperfallen   vorhanden   sind.   Eine   ebenerdige   Dusche   sowie Haltegriffe   im   Bad   sollten   ebenfalls   zur Ausstattung   gehören.   Dieses   soll   sicherstellen, dass   Sie   auch   bei   Verwendung   von   Hilfsmitteln   wie   Rollator   oder   Rollstuhl   in   Ihrer Wohnung zurechtkommen. Wohnanlagen   speziell   für   Senioren   bieten   sich   besonders   dann   an,   wenn   man   in   den eigenen   vier   Wänden   nicht   mehr   alleine   zurechtkommt   weil   z.B.   Treppen   den   freien Zugang   behindern   oder   umfangreiche   Umbaumaßnahmen   erforderlich   wären   damit man   sich   frei   in   der   Wohnung   bewegen   kann.   Ein   weiterer   Grund   kann   aber   auch   eine zunehmende     “Vereinsamung”     in     der     alten     Wohnung     sein,     denn     in     den Servicewohnanlagen   bekommt   man   schneller   Kontakt   zu   “Gleichgesinnten”   da   dort häufiger auch Veranstaltungen o.ä. stattfinden. Servicewohnanlagen    bieten    im    Normalfall    eine    24-Stunden-Notrufbereitschaft    und einen persönlichen Ansprechpartner mit festen Sprechzeiten an. Als   Wahlleistungen   kann   man   z.B.   verschiedene   Angebote   in   Anspruch   nehmen   wie Wohnungsreinigung,     Haushaltshilfe,     kleine     Handwerkerdienste,     Einkaufsdienste, Veranstaltungen u.a.. Wenn   Pflege   erforderlich   ist,   kann   diese   z.B.   über   unseren   integrierten   ambulanten Pflegedienst abgeleistet werden. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu unseren Servicewohnanlagen!
9
Hilfe, mein Angehöriger ist dement - was kann ich tun? Welche Hilfen gibt es? W as können Sie als Angehöriger tun? -   Wissen   über   die   Krankheit   erwerben   /   -   Den   Kranken   so   annehmen,   wie   er ist   /   -   Die   Eigenständigkeit   des   Kranken   aufrecht   erhalten   /   -   Die   noch   vorhandenen Fähigkeiten   des   Kranken   erkennen   und   nutzen   /   -   Die   zunehmende   Hilfsbedürftigkeit versuchen    aufzufangen    /    -    Auf    den    Gefühlszustand    und    die    Sichtweise    des Erkrankten   eingehen   und   versuchen   mit   problematischen   Verhaltensweisen   zurecht zu   kommen   /   -   Gefahrenquellen   ausschalten   /   -   Für   körperliches   Wohlbefinden   des Erkrankten sorgen / - Die eigenen Grenzen der Belastbarkeit erkennen!! Welche Hilfen gibt es für pflegende Angehörige? In    keinem    Fall    sollten    Sie    die    Last    der    Versorgung    alleine    tragen!!    Hilfe    und Unterstützung finden Sie z.B. bei: -     Ambulanten     Pflegediensten :     z.B.     für     die     Körperpflege,     hauswirtschaftliche Versorgung   oder   mit    der    Inanspruchnahme    des   Entlastungsbetrages    (in    Höhe    von   125,-   Euro)   -    Angehörigengruppen :    hier    kann    man    von    Betroffenen    lernen    und    Rückhalt bekommen -    Betreuungsgruppen :    Demenzkranke    werden    ein-    oder    zweimal    wöchentlich    für einige        Stunden    am   Tag    durch    geschulte    freiwillige    Helfer    betreut.    Gemeinsame Mahlzeiten, anregende Tätigkeiten oder Ausflüge werden zumeist dort  angeboten -   Leistungen   die   über   den   Entlastungsbetrag   möglich   sind    bei   Demenz: :   Es   wird   eine stundenweise   soziale   Betreuung   Demenzkranker   durch   geschulte   HelferInnen,   z.B. vom AHB   angeboten.   Diese   leisten   dem   Dementen   zu   Hause   Gesellschaft,   begleiten ihn auf Spaziergängen oder zu Besuchen etc.. -   Tagespflegeeinrichtungen :   bieten   tagsüber   für   ca.   8   Stunden   in   der   Einrichtung   eine Betreuung an -     Betreuter     Urlaub     für     Kranke     und     Angehörige :     gemeinsamer     Urlaub     von Demenzkranken und Angehörigen -     Psychiatrische     Krankenhäuser:      Aufnahme     in     einer     speziellen     Station     für Demenzkranke bei akuten Krisen -   Pflegeheime   oder   Wohngemeinschaften :   Das   Wohnen   in   einer   Wohngemeinschaft mit anderen Dementen oder in einem Pflegeheim -    Kurzzeitpflege :    entlastet    Angehörige    für    einige    Wochen    z.B.    wenn    Angehörige verreisen möchten oder eine Kur antreten. Wichtig:   In   jedem   Fall   sollten   Sie   Kontakt   zum   Hausarzt   und   zum   behandelnden Neurologen Ihres Angehörigen aufnehmen!
10
Was ist ein “Hausnotruf”? Wie funktioniert  der Hausnotruf?  Das   24-Stunden-Sicherheitsangebot   von   Hausnotrufen,   wie   z.B.   beim AHB, bietet   kompetente   Ansprechpartner   rund   um   die   Uhr   und   die   Sicherheit,   im Notfall schnelle Hilfe zu bekommen. Hierfür    wird    in    Ihrer    Wohnung    ein    Notrufgerät    mit    Handsender    installiert.    Das Basisgerät    verfügt    über    einen    Lautsprecher    und    ein    hochempfindliches    Mikrofon. Ohne   ans   Telefon   zu   gehen   oder   mühsam   eine   Telefonnummer   heraussuchen   zu müssen,   sind   Sie   in   Notsituationen   in   kürzester   Zeit   mittels   eines   Knopfdruckes   auf Ihrem    Handsender    mit    der    Hausnotrufzentrale    verbunden.    Diese    kann    sofort    die notwendige   Hilfe   einleiten,   auch   wenn   kein   Sprechkontakt   mit   Ihnen   mehr   möglich sein sollte. Um    den    schnellen    Zugang    zu    Ihrer    Wohnung    zu    gewährleisten,    wird    i.d.R.    ein Wohnungsschlüssel   hinterlegt.   Damit   wird   sichergestellt,   dass   die   Helfer,   auch   wenn Sie   die   Wohnungstür   nicht   mehr   selbständig   öffnen   können,   in   Ihre   Wohnung   kommen können,   um   Ihnen   zu   helfen.   Ein   Hausnotruf-Gerät   mit   zurzeit   23,-   Euro   im   Monat   von der Pflegekasse bezuschusst.
11
Hilfsmittel zur Pflege - was gibt es für Hilfsmittel und wie kann ich diese bekommen? Bei    Bedarf    werden    Hilfsmittel    von    den    jeweiligen    Krankenkassen    zur Verfügung   gestellt,   wie   z.B.   Kompressionsstrümpfe,   Gehhilfen,   Prothesen usw..   Pflegehilfsmittel   und   technische   Hilfen   (wie   z.B.   Pflegebetten,   Patientenlifter, Rollstühle,   Duschhocker   usw.)   werden   unabhängig   von   der   jeweiligen   Pflegestufe   zur Verfügung   gestellt,   und   zwar   regelmäßig   leihweise   (§   40   SGB   XI).   Der   behandelnde Arzt    stellt    hierzu    ein    Rezept    mit    der    genauen    Bezeichnung    des    Hilfsmittels    aus, welches an die zuständige Pflegekasse weitergeleitet werden muss. Für    zum    Gebrauch    bestimmte    Pflegehilfsmittel    (z.B.    Einmalhandschuhe,    Einmal- Bettschutzeinlagen   u.a.)   werden   auf Antrag   und   gegen   Beleg   der Ausgaben   bis   zu   40,- € monatlich übernommen. Für   technische   Hilfsmittel   besteht   eine   Zuzahlungspflicht   von   10   %,   höchstens   jedoch 25,- € je Hilfsmittel. Sollten   bauliche   Maßnahmen   notwendig   sein,   damit   Sie   weiter   Zuhause   leben   können (z.B.   Türen   verbreitern,   rollstuhlgerechte   Dusche   einbauen   u.ä.),   können   hierfür   bei der    Pflegeversicherung    bis    zu    4.000,-    €    beantragt    werden.    Diese    sogenannten Maßnahmen     zur     Verbesserung     des     individuellen     Wohnumfeldes      können     bei Veränderung    Ihres    Zustandes    und    weiteren    notwendigen    baulichen    Veränderung erneut beantragt werden. Wichtig:     Den   Antrag    auf    einen    Zuschuss    müssen    Sie    vor    dem    Umbau     bei    der Pflegekasse stellen!
12
Was sind Investitionskosten und warum werden diese erhoben? Nicht   gedeckt   durch   die   Pflegeversicherung   sind   Kosten   der   Pflegedienste, die    entstehen,    um    den    Betrieb    aufrecht    zu    erhalten.    Dazu    zählen    z.B. Investitionen     in     das     Gebäude     des     Pflegedienstes,     Unterhaltung     des Fuhrparks u.a.. In   einigen   Bundesländern   werden   die   Investitionskosten   durch   das   Land   übernommen, in   einigen   jedoch   nicht   (wie   z.B.   in   Bremen).   In   diesen   Fällen   muss    der   Pflegedienst einen Anteil zu den Investitionskosten von den Pflegebedürftigen erheben. Aktuell      kommen      in      Bremen      auf      den      monatlichen      Pflege-Gesamtbetrag Investitionskosten   in   Höhe   von   3   %   hinzu,   die   grundsätzlich   privat   gezahlt   werden müssen.
13
Was sind sogenannte “Beratungsbesuche bei Geldleistung” und wer führt sie durch? Pflegebedürftige,     die     Pflegegeld     beziehen     (siehe     Nr.3),     sind     dazu verpflichtet,   in   regelmäßigen Abständen   einen   Beratungsbesuch   durch   einen zugelassenen Pflegedienst (z.B. den AHB) durchzuführen. Dieser    Beratungsbesuch    muss    bei    Pflegebedürftigen    mit    der    Pflegegrad    2    &    3 mindestens     halbjährlich     und     bei     Pflegegrad     4     &     5     mindestens     vierteljährlich durchgeführt    werden.    Pflegebedürftige        des        Pflegegrades        1        haben       Anspruch,      halbjährlich        einmal    einen        Beratungsbesuch        abzurufen .    Die    Kosten    für    diesen Beratungsbesuch werden vom Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Die     Beratung     dient     der     Sicherung     der     Qualität     der     häuslichen     Pflege,     der regelmäßigen   Hilfestellung   sowie   der   praktischen   pflegefachlichen   Unterstützung   der pflegenden Angehörigen.
15
Was ist eine “Patientenverfügung” und wann wird sie notwendig? In   einer   Patientenverfügung   kann   jeder   Mensch   eine   Richtlinie   und   Grenzen für     seine     behandelnden     Ärzte     festlegen.     Dies     gilt     insbesondere     für Erkrankungen   die   eine   Einwilligungsunfähigkeit   mit   sich   bringen.   D.h.   dass   z.B.   durch eine Bewusstseinstrübung der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Da   jeder   Mensch   eine   individuelle   Vorstellung   hat   von   einem   “lebenswerten   Leben”, ist   die   Pateintenverfügung   eine   gute   Möglichkeit,   sich   gegen   “zu   viel”,   oder   “zu   wenig” Hilfe   abzusichern.   Häufig   wird   in   der   Verfügung   festgelegt,   ab   welcher   Schwere   der Erkrankung    der    Betroffene    keine    lebensverlängernden    Maßnahmen    mehr    möchte. Genauso   kann   man   festlegen,   dass   z.B.   eine   intensive   Schmerztherapie   erwünscht ist. Eine   Patientenverfügung   ist   nur   in   schriftlicher   Form   gültig,   sie   kann   aber   jederzeit formlos   widerrufen   werden.   Das   bedeutet,   dass   die   mündliche   oder   per   Gestik   vom Patienten ausgedrückte Meinung im Bedarfsfall die Verfügung außer Kraft setzt. Da   die   Patientenverfügung   im   Ernstfall   für   die   behandelnden   Ärzte   schnell   auffindbar sein     muss,     empfiehlt     es     sich,     einen     Zettel     mit     dem     Verweis     auf     eine Patientenverfügung   bei   sich   zu   tragen   (z.B.   im   Portemonnaie).   Idealerweise   sollte   der Aufbewahrungsort einer Vertrauensperson bekannt sein. Ferner   ist   es   ratsam,   seine   Patientenverfügung   regelmäßig   auf   ihre   Richtigkeit   zu überprüfen und alle veralteten Exemplare zu vernichten.
14
Was ist, wenn meine mich pflegende Person verhindert oder krank ist?  Wenn   Ihre   Pflegeperson   ausfällt,   zahlt   die   Pflegekasse   auf   Antrag   jährlich max.    1.612,-    Euro    für    eine    Ersatzpflegekraft    (Verhinderungspflege    oder Ersatzpflege).   Voraussetzung   hierfür   ist   jedoch,   dass   die   Pflegeperson   mindestens seit   sechs   Monaten   die   zu   pflegende   Person   gepflegt   hat   und   der   Pflegebedürftige zum    Zeitpunkt    der   Antragstellung    mindestens    im    Pflegegrad    2    eingestuft    ist.    Der Betrag   ist   für   bis   zu   sechs   Wochen   je   Kalenderjahr   für   die   Pflege   durch   eine   Person, die    nicht    näher    mit    Ihnen    verwandt    ist    oder    für    die    Versorgung    durch    einen anerkannten   Pflegedienst   ausgelegt.   Sie   können   diesen Anspruch   auch   über   das   Jahr verteilen,   wenn   z.B.   Ihre   Pflegeperson   an   einem   Pflegekursus   teilnehmen   möchte oder   in   den   Urlaub   fährt.   Seit   Januar   2015   gibt   es   die   Möglichkeit   50   Prozent   des Leistungsbetrages     für     Kurzzeitpflege     zusätzlich     für     die     Verhinderungspflege abzurechnen   (806,-   Euro).   Der      mögliche      Gesamtbetrag      für      Verhinderungspflege liegt  somit bei  2.418,00 Euro pro Kalenderjahr. Die        Kurzzeitpflege        (vorübergehender        stationärer        Aufenthalt        in        einer Kurzzeitpflegestation/   Pflegeheim)   ist   dabei   eine   weitere   Möglichkeit,   sich   versorgen zu   lassen,   wenn   die   Pflegeperson   ausfällt.   Auch   hier   zahlt   die   Pflegekasse   einen Pauschalbetrag   bis   zu   1.612,-   Euro/Jahr   für   die   Versorgung   in   der   Kurzzeitpflege   (für bis zu 8 Wochen pro Kalenderjahr).
3
Pflegegeld? Pflege-Sachleistung? Kombileistung? Was bedeutet das? Pflegegeld    bekommen   Sie,   wenn   Angehörige   oder   Bekannte   Sie   pflegen. Das   bedeutet   für   Sie,   dass   Sie   jeden   Monat   einen   festen   Betrag   von   der Pflegekasse    überwiesen    bekommen,    den    Sie    ohne    Nachweis    für    Ihre    Versorgung ausgeben   können   z.B.   für   Ihre   HelferInnen   oder   aber   auch   für   andere   Dinge.   Der Betrag   den   Sie   bekommen   ist   abhängig   von   Ihrem   Pflegegrad,   z.Z.   erhält   man   bei Pflegegrad   2   =   316,-   €,   bei   Pflegegrad   3   =   545,-   €,   bei   Pflegegrad   4   =   728,-   €   und   beim Pflegegrad 5 = 901,- €. Die   Pflege-Sachleistung    beziehen   Sie,   wenn   ein   zugelassener   Pflegedienst   Sie   pflegt (häusliche   Pflege).   Dieses   ist   oft   nötig,   wenn   Angehörige   oder   Bekannte   aus   den unterschiedlichsten   Gründen   die   Versorgung   des   Pflegedürftigen   nicht   sicherstellen können.   Der   Pflegedienst   rechnet   dabei   direkt   mit   der   Pflegekasse   ab,   hierfür   stehen folgende   Obergrenzen/Monat   zur   Verfügung:   Pflegegrad   2   =   689,-   €,   Pflegegrad   3   = 1.298,- €, Pflegegrad 4 = 1.612,- € und beim Pflegegrad 5 = 1.995,- Euro. Als   Kombileistung    bezeichnet   man   die   Inanspruchnahme   von   beiden   o.g.   Formen, also    Pflegegeld    und    Pflege-Sachleistung.    Diese    ist    sinnvoll,    wenn    Sie    nicht    den ganzen   Betrag   der   Pflegeversicherung   für   einen   Pflegedienst   brauchen,   so   können   Sie noch   einen   Anteil   als   Pflegegeld   bekommen.   Der   verbleibende   Anteil   an   Pflegegeld wird dabei prozentual von der “verbrauchten” Pflege-Sachleistung errechnet: Beispiel:   Pflegegrad   2      (689,-   €   Pflege-Sachleistung   oder   316,-   €   Pflegegeld),   der Pflegedienst   stellt   344,-   €   der   Pflegekasse   in   Rechnung   =   50   %   von   689,-   €,   somit bleiben noch 50 % von 316,- € Pflegegeld = 158,- € übrig.
6
Wer bekommt Unterstützung durch das “Amt für soziale Dienst”?  Kein   Mensch   der   in   Bremen   lebt,   soll   durch   eine   geringe   Rente   Nachteile erleiden,   deshalb   gibt   es   die   Möglichkeit   einen   finanziellen   Zuschuss   zu bekommen   oder   die   komplette   Übernahme   der   Leistungen   beim   Amt   für soziale Dienst zu beantragen (Hilfe zur Pflege nach § 61 ff). Nicht   nur   Grundsicherungsempfänger   bekommen   Unterstützung   “vom   Amt”.   Wer   eine Kaltmiete   von   z.B.   300,-   Euro   zahlt,   bekommt   bei   einer   Rente   von   1.048,-   Euro   auch die   notwendige   Körperpflege   vom Amt   für   soziale   Dienst   gezahlt.   Bei   Paaren   tritt   dies bei   einer   Kaltmiete   von   z.B.   300,-   Euro   und   einer   Rente   von   1.410,-   Euro   ein   (Das Ersparte   darf   in   einem   solchen   Fall   für   eine   Einzelperson   2.600,-   Euro   und   für   Paare 3.214,- Euro betragen). Auch   Menschen,   die   in   einer   sozialen   Notlage   sind,   die   vermutlich   nicht   länger   als   6 Monate    dauert,    können    Hilfe    beantragen    (z.B.    nach    einem    Aufenthalt    in    einer Kurzzeitpflege). > Wie wird der Bedarf ermittelt? Sobald    die    Entscheidung    für    einen    Pflegedienst    gefallen    ist,    wird    anhand    der monatlichen   Pflegekosten   (unter Abzug   des Anteils   der   Pflegekasse)   ermittelt,   welche Kosten    monatlich    gedeckt    werden    müssen    (Privatanteil).    Wenn    die    anfallenden Kosten   nicht   aus   eigenen   Mitteln   gedeckt   werden   können,   sollte   umgehend   beim Amt für    soziale    Dienste    der    anstehende    Bedarf    mitgeteilt    werden.    Der    zuständige Sozialhilfeträger   kontaktiert   dann   den   Pflegebedürftigen   und   erfragt   die   persönlichen und   wirtschaftlichen   Verhältnisse. Anhand   dieser   Daten   berechnet   er   den   Zuschuss   zu den   Kosten   für   die   Pflege,   der   bis   zur   vollständigen   Übernahme   des   Privatanteils führen kann.
16
Und was ist eine Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht? Wer   regelt   meine   Angelegenheiten   wenn   ich   es   nicht   mehr   kann?   Diese Frage      stellen      sich      viele      Personen      unabhängig      vom     Alter      oder Lebenssituation.   Jeder   Mensch   kann   durch   Krankheit,   Unfall   oder   Alter   in eine    Situation    kommen,    in    dem    andere    für    ihn    entscheiden    müssen.        Das Betreuungsrecht      regelt      die      Frage,      wer      die      Entscheidung      trifft,      wenn eigenverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist. Um    zu    gewährleisten,    dass    Ihre    Angelegenheiten    im    Ernstfall    so    geregelt    und abgewickelt   werden   wie   Sie   es   sich   wünschen,   ist   eine   rechtzeitige   Vorsorge   über eine    Betreuungsverfügung ,    Patientenverfügung    (siehe    Nr.    15)    und/oder    eine Vorsorgevollmacht  in gesunden Lebenstagen zu empfehlen. Mit     der     Betreuungsverfügung      kann     jeder     im     Voraus     festlegen,     wen     das Betreuungsgericht   als   rechtlichen   Betreuer   bestellen   soll,   wenn   es   in   der   aktuellen Situation    ohne    rechtliche    Betreuung    nicht    mehr    weitergeht.    Die    Verfügung    ist    als Auftrag   an   das   Gericht   zu   verstehen.   Das   Gericht   prüft,   ob   die   vorgeschlagene   Person für    die    Aufgabe    des    Betreuers    geeignet    ist.    Stimmt    das    Betreuungsgericht    dem Auftrag   zu,   wird   dem   Wunsch   der   betreffenden   Personen   entsprochen.   Andernfalls wählt   das   Gericht   eine   dritte   Person   aus   –   wenn   möglich   aus   dem   näheren   Umfeld   der Person, sonst eine fremde, die die Tätigkeit ehrenamtlich – oder beruflich ausübt. Der   Betreuer   vertritt   die   Person   nur   in   Angelegenheiten,   die   nicht   mehr   selbstständig bewältigt   werden   können.   Folgend   kann   über   die   Betreuungsverfügung   festgelegt werden,   wer   auf   keinen   Fall   als   Betreuer   eingesetzt   werden   soll.   Das   Gericht   hat diesem   zu   entsprechen.   Möglich   sind   auch   inhaltliche   Vorgaben   für   den   Betreuer, etwa    welche    Wünsche    und    Gewohnheiten    respektiert    werden    sollen    oder    ob    im Pflegefall   eine   Betreuung   zu   Hause   oder   in   einer   stationären   Einrichtung   gewünscht ist.    Die    Betreuungsverfügung    bedarf    keine    Formvorschrift,    sollte    jedoch    schriftlich niedergelegt sein und kann mit einer Vorsorgevollmacht verknüpft werden. Mit    einer    Vorsorgevollmacht     kann    man    einer    Person    seines    Vertrauens    die Wahrnehmung   einzelner   oder   aller   Angelegenheiten   übertragen,   für   den   Fall,   dass selbstständiges   Handeln   nicht   möglich   ist.   Die   Vollmacht   kann   für   die   Bereiche   der Gesundheitssorge ,     Vermögenssorge      sowie     für     den     Aufenthalt      erteilt     werden. Zusätzlich   kann   eine   Vollmacht   für   den   Post-   und   Fernmeldeverkehr   ausgesprochen werden. Es   sollte   eine   Person   gewählt   werden,   der   vertraut   wird.   Jemand   der   die   betroffene Person   gut   kennt   und   den   Willen   dieser   durchzusetzen   weiß.   Ehepartner   und   Kinder können    nicht    automatisch    für    den    Willen    einstehen.    Dies    ist    nur    über    eine Vorsorgevollmacht   zu   regeln.   Die   Vorsorgevollmacht   kann   dem   Beauftragten   jederzeit wieder   entzogen   werden.   Im   Unterschied   zur   Betreuungsverfügung,   kann   bei   der Vorsorgevollmacht   die   bevollmächtigte   Person   sofort   das   Handeln   übernehmen,   sollte die      betreffende      Person      nicht      mehrt      entscheidungsfähig      sein.      Um      der Vorsorgevollmacht    Durchsetzungskraft    zu    verleihen,    sollte    diese    von    einem    Notar beglaubigt     oder     beurkundet     sein.     Des     Weiteren     ist     eine     Überprüfung     der Vorsorgevollmacht    von    Zeit    zu    Zeit    zu    empfehlen,    um    zu    überprüfen    ob    der niedergeschriebene    Wille    noch    zutrifft.    Trifft    dies    zu,    sollte    es    über    eine    neue Unterschrift mit Datum bestätigt werden.  Vorlagen hierzu haben wir Ihnen in unserem Downloadbereich  bereitgestellt. Quelle: Bundesministerium der Justiz
Ihr Kontakt: AHB Zentrale, Kurfürstenallee 80, 28211 Bremen Tel.: 0421/ 20 45 10, Fax: 0421 / 498 4308, Email: info@ahb-bremen.de oder direkt an einer unserer Stadtteilbüros